Probleme / Verständnisprobleme

Ich kann nicht erkennen, ob ich Nomade oder Ackerbauer bin.

Die beiden Typen „Nomade und Ackerbauer“ finden sich nicht immer in der reinen Form, sondern durchmischen sich mit den Erbanlagen von Generation zu Generation. Sehr viele Menschen sind Mischtypen und können deshalb nicht eindeutig auf einen Urtyp festgelegt werden. Es gelten zunächst aber ohnehin für beide Typen dieselben Ernährungsempfehlungen. Bei längerem Gewichtsstillstand kann man noch eine gewisse Differenzierung herausfinden, indem man auch mittags die Kohlenhydrate fortlässt. Dem Nomadentyp geht es dann kontinuierlich besser, dem Ackerbauern fehlen dagegen die Kohlenhydrate, was zu Konzentrationsstörungen und körperlicher Schwäche führen kann. Er braucht dann seine zwei Kohlenhydrat-Portionen. Wissenschaftlich kann man den Nomadentypen identifizieren durch eine „Reizmahlzeit“ mit 75 g flüssigem Traubenzucker, dem sogenannten Oralen Glukose-Toleranz-Test (OGT). Es kommt bei ihm zu einer stark überschießenden Insulinausschüttung. Der zeit- und kostenaufwändige Test ist aber für die Ernährungsumstellung nicht erforderlich.

Ich nehme nicht ab / nehme zu

Es kann durchaus vorkommen, dass bei wochenlangem Einhalten dieser Ernährungsumstellung mit abendlichen Eiweißmahlzeiten trotzdem keine Gewichtsreduktion eintritt. Das ist typisch für den so genannten Nomadentypen, der von Kindheit an auf unsere gewohnten Lebensmittel hin viel zu hohe Insulinmengen ausschüttet. Das Insulin kann bei diesen Menschen langfristig derart überhöht sein, dass es nicht nur 5 Stunden nach den Mahlzeiten, sondern insgesamt 20 Stunden am Tag die Öffnung der Fettzellen blockiert.

Es gibt zur Lösung dieses Problems die Möglichkeit eines intensivierten Vorgehens mit drei Steigerungsstufen:

  • Als erstes empfehlen wir statt der abendlichen Eiweißmahlzeit eine regelmäßige und längerfristige Einnahme einer sogenannten bilanzierten Proteinmahlzeit in Form eines Proteinpuddings oder eines Eiweißshakes.
  • Die zweite Stufe wäre auch mittags ein Fortlassen der Kohlenhydrat-Portion und die Gestaltung einer Eiweißtrennkost, wie sonst bei den Abendrezepten beschrieben.
  • In der dritten Stufe könnten Sie versuchen, auf vollständige Eiweißwochen umzustellen, jetzt allerdings mit vier Portionen Eiweiß, alle 4 Stunden, wie aus der beigefügten Nutzungsanleitung hervorgeht. Ein gesund-heitlicher Schaden ist nicht zu befürchten, im Gegenteil kommt es zu einer oftmals deutlich besseren Stoffwechsellage.

In Ergänzung zu dem bisherigen Buch „Schlank im Schlaf“ gibt es den „Schlank im Schlaf 4-Wochen-Power-Plan“, in dem die Intensivstufen auf den Seiten 24/25 beschrieben werden. Weitere interessante Rezepte und Tipps finden Sie in dem auch erschienenen „Schlank im Schlaf Kochbuch“.

Wie kann ich die Insulintrennkost im Schicht- oder Nachtdienst einhalten?

Es gelten unabhängig von den Arbeitszeiten die folgenden Regeln: Die letzte Kohlenhydrat- oder Mischkostmahlzeit des Tages sollte vor 18.00 beendet sein. Spät abends oder nachts essen Sie dann nur noch Eiweiß, egal wann. Die empfohlenen 5 Stunden Abstand sind nur eine Orientierung; wie die Arbeits- und Pausenzeiten es zulassen können auch 6 oder 7 Stunden zwischen den Mahlzeiten liegen. Hunger zwischendurch können Sie überbrücken z.B. mit einem gekochten Ei, 1 Stück Käse, 1 Scheibe Kochschinken oder 1 kleinen Naturjoghurt (150 g).

Wegen der aktiven Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol ist die Fettabnahme während des Nachtdiensts leider schlechter, aber nicht unmöglich. Im Nachtdienst können Sie wählen, ob Sie morgens die Kohlenhydratportion frühstücken möchten vor dem Schlaf oder nach dem Ausschlafen am frühen Nachmittag.

Noch schneller nehmen Sie ab, wenn schon die zweite Mahlzeit des Tages gegen 17 Uhr eine Eiweißmahlzeit ist. Sie sollten aber durchaus 5 Stunden später (22 – 23 Uhr) noch eine weitere Eiweißportion zu sich nehmen! Dies ist nützlich zur Zellregeneration durch Wachstumshormon in der Nacht und viel sicherer zur Bedarfsdeckung aller Nährstoffe über 24 Stunden.

Wie soll ich nach Erreichen meines Wunschgewichts weiteressen?

Die im Buch berechneten Mengen für die Kohlenhydrat-Portionen sind nach BMI kalkuliert auf das Erreichen eines Normalgewichtes mit einem optimalen Verhältnis der sogenannten Körpermagermasse zur Körperfettmasse. Daraus folgt, dass Sie bei Erreichen des Wunschgewichtes nicht mehr Kalorien zu sich nehmen müssen, diese würden nur das Übergewicht wieder fördern. Bei Menschen mit der Neigung zu Übergewicht ist das Insulintrennkost-Prinzip mit der großen Kohlenhydratmenge morgens und mittags und einer reinen Eiweißmahlzeit abends durchaus als Langzeiternährungsweise gedacht oder auch als lebenslängliche Ernährungsumstellung.

Es wurde und wird immer gesagt, dass auch bei einem gesunden Menschen ein hoher Eiweißverbrauch die Nieren schädigt, stimmt das nicht?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat dazu eine wissenschaftliche Übersicht veröffentlicht und keine Anhalte gefunden. Auch starke Eiweißverzehrer wie Leistungssportler und Bodybuilder mit 2 bis fast 4 g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht hatten keine messbaren Nierenschäden. Empfohlen werden 1,0 bis 1,2 g Eiweiß pro kg Körpergewicht.

Ich schaffe morgens nicht die großen Mengen zu essen. Warum muss man so viele Kohlenhydrate essen?  Erstens weil die Speicher wieder aufgefüllt werden müssen, nachdem das Gehirn in der Nacht durch den stündlichen Verbrauch von 5 g Traubenzucker (120 g/Tag) diese entleert hat. Dies schützt vor Zwischenhunger. Zweitens weil der Körper durch die Kohlenhydratmenge einen „Wärmestart“ erfährt mit guter Leistungsfähigkeit und Vorbereitung der Fett-verbrennung (Fett verbrennt im Feuer der Kohlenhydrate).

Ein reichhaltiges Frühstück ist Grundlage für den ganzen Tag und wichtiger Bestandteil der Insulintrennkost. Wenn Sie das Abendessen eine Weile auf die Eiweißtrennkost umgestellt haben, kommt der nötige Hunger am Morgen von allein.