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Ist die Insulintrennkost auch für Diabetiker geeignet?

Die Insulintrennkost ist gerade auch für Diabetiker gut geeignet und kann sogar zur Rückbildung beitragen. Auf jeden Fall gibt es in den neuen Diabetes-Leitlinien für Diabetiker keinen zwingenden Grund zu vielen kleinen Mahlzeiten mehr. Auch drei Mahlzeiten werden seit einiger Zeit akzeptiert und als völlig ausreichend angegeben. Dabei gilt für Diabetiker ebenfalls der im Buch errechnete Kohlenhydrat-Bedarf ohne Ausnahme. Zwar können ein bis zwei Stunden nach Frühstück und Mittagessen die Blutzuckerkurven kurzfristig deutlich ansteigen, in der Regel sinken sie aber auf ein völlig normales Niveau und brauchen oftmals auch nicht korrigiert zu werden.

Es gilt, wichtige Dinge zu beachten bei der Medikamenteneinnahme oder Insulintherapie. Die bestehende Medikation muss an die morgens großen Kohlenhydrat-Mengen und dann auf i.d.R. nur 1 BE je Eiweißmahlzeit am Abend angepasst werden. Dies gilt besonders für Insulin und für sogenannte Sulfonylharnstoffe (Glibenclamid etc.) und Glinide (Amaryl etc.). Die Dosierung muss bei Wegfall der abendlichen Kohlenhydrate (Broteinheiten) nach und nach verringert werden, da es sonst zu Unterzuckerungen kommen kann. Die Abnahme sollte in jedem Fall von einem Diabetes- und übergewichtserfahrenen Arzt begleitet werden.

Wegen der ausgeprägten Insulinresistenz der Muskulatur muss die Insulintrennkost häufig in der intensiveren Form mit zwei Eiweißmahlzeiten – mittags und abends – durchgeführt werden; in schwierigen Fällen mit ärztlicher Betreuung unter Verwendung sogenannter bilanzierter Eiweißmahlzeiten (Vital Protein Creme Royal).

Gelten die Kohlenhydratangaben im Buch auch für Diabetiker?

Nach den 2006 aktualisierten und veröffentlichten Leitlinien der Ernährung von Typ 1 und Typ 2 Diabetikern ist der Anteil der empfohlenen Kohlenhydratmengen an der Tagesenergie wie beim Nicht-Erkrankten auch 45 bis 60 Prozent. D.h. die 3 Vollkornbrötchen oder auch 4 Scheiben Brot oder 12 Esslöffel Müsli gelten genauso für Diabetiker. Da Kohlenhydrate durch entfallende Zwischenmahlzeiten und durch Wegfall in der Abendmahlzeit bereits deutlich auf 45% reduziert werden, ist es unbedingt notwendig, dass diese bedarfsdeckenden Mengen in den zwei Hauptmahlzeiten Frühstück und Mittagessen eingenommen werden. Die Abnahme sollte in jedem Fall von einem Diabetes- und übergewichtserfahrenen Arzt begleitet werden. 

Ich bin Typ I-Diabetiker

Auch für Typ I-Diabetiker besonders bei Übergewicht gilt der gleiche Energiebedarf wie für Nicht-Diabetiker mit der von allen Fachgesellschaften empfohlenen Aufteilung von 45 bis 60 % Kohlenhydrate, 15 bis 20 % Eiweiß und 20 bis 30 % Fettanteil. Interessant ist die Frage, ob ein Typ I-Diabetiker verführt wurde, energetisch nicht notwendige Lebensmittel und Speisen „wegzuspritzen“. Hieraus resultiert über Jahre hin dann entsprechend dem Typ II-Diabetiker eine erhebliche Fettzunahme mit entsprechendem Übergewicht, was die Menschen bei uns im Ruhrgebiet treffenderweise als „Doppeldiabetes“ bezeichnen. Die Abnahme sollte in jedem Fall von einem Diabetes- und übergewichtserfahrenen Arzt begleitet werden.

Wie kann man als (insulinpflichtiger) Diabetiker morgens so viel Kohlenhydrate essen? Steigt dann nicht der Blutzucker viel zu stark an?

Es gibt keine Einschränkungen gegen das Prinzip der Insulintrennkost mit den großen Kohlenhydrat-Mengen auch für Diabetiker. Sollten aber aufgrund einer ausgeprägten Insulinresistenz im fortgeschrittenen Stadium die Blutzuckerwerte stark entgleisen (über 250 mg/dl), ist die Standardmethode der Insulintrennkost nicht geeignet. Unter ärztlicher Betreuung ist das „Eiweißfasten“ mit vier Portionen Eiweiß am Tag erfolgversprechend, z. B. für 3 - 4 Wochen.

Ist die Insulintrennkost auch für Vegetarier geeignet?

Ich habe bisher empfohlen, tierisches durch pflanzliches Eiweiß zu ersetzen und je nach Nährwertangaben auf den Verpackungen die Mengen so auszuwählen, dass man auf ca. 40 – 50 g reines Eiweiß kommt. Ein neues vegetarisches eiweißreiches Lebensmittel ist das Original-Eiweißabendbrot  mit 26% pflanzlichem Protein aus Weizen (www.eiweiss-broetchen.de)

Ist die Insulintrennkost auch für Schwangere geeignet?

Auch während der Schwangerschaft, insbesondere bei schon bestehendem oder stark zunehmendem Übergewicht, ist die Insulintrennkost ‚Schlank im Schlaf’ sehr gut geeignet. Alle Makro- und Mikronährstoffe werden in guten Mengen zugeführt.